IHK-Präsident Thomas Stiren begrüßte 120 Teilnehmende zum Wirtschaftsforum in Zusammenarbeit mit der Vereinigung Trierer Unternehmer in der Region Trier (VTU). Seine Forderung: „Wir müssen Klimaschutz international und wirtschaftlich vernünftig denken. Damit Unternehmen in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben, brauchen wir deutlich mehr Effizienz und Pragmatismus in der Klima- und Energiepolitik.“
Trend zu Erneuerbaren Energien
Dr. Sebastian Bolay ist Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. In seinem Impulsvortrag betonte er: „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir von Öl und Gas stärker unabhängig werden können.“ Fossile Energien blieben zwar bis 2050 global dominant. Der Trend gehe aber zu den Erneuerbaren, besonders zur Solarenergie.
Um drohende Mehrkosten aufzufangen, seien erhebliche Einsparungen im Energiesystem und Entlastungen notwendig. Dazu beitragen könnten u.a. Technologieoffenheit, Effizienzgewinne, Wachstumsimpulse sowie Abbau von Bürokratiekosten.
Verlässlichkeit ist gefragt
Larissa Kuntz, Geschäftsführerin der elka-Holzwerke in Morbach und IHK-Vizepräsidentin, berichtete vom umfassenden Transformationskonzept ihres Unternehmens mit zweistelligen Millionen-Investitionen. elka wurde 2024 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet als „Vorreiter der Transformation“. „Für energieintensive Betriebe ist die Lage ernst. Umso wichtiger ist die politische Planbarkeit der Maßnahmen“, stellte Larissa Kuntz fest.
Diese Forderung unterstützte Gerd Schöller, CEO von Schoenergie in Föhren: „Wir brauchen politische Verlässlichkeit für die Energiebranche statt eines Zick-Zack-Kurses, um unseren Kunden die Investitionen nachvollziehbar erklären können. Bei Netzausbau und Digitalisierung wurde lange geschlafen, da muss Deutschland schnell aufholen.“
Neues Heizkraftwerk im Bau
Der Gerolsteiner Brunnen hat die erforderlichen Emissionseinsparungen, um zum 1,5-Grad-Ziel beizutragen, nach eigenen Angaben 2024 erstmals am Standort erreicht. Ulrich Rust, Geschäftsführer Technik und Logistik bei Gerolsteiner, erläuterte das Versorgungskonzept mit regenerativer Energie und betonte: „Wir sind Hersteller eines Naturproduktes. Deswegen investieren wir weiter in Nachhaltigkeit. Klimaschutz braucht aber passende Rahmenbedingungen, das spüren wir vor allem beim Güterverkehr.“
Dr. Joachim Streit, Abgeordneter der FREIEN WÄHLER im EU-Parlament, forderte die Abschaffung komplizierter Verfahren wie des CO2-Handels. „Wir sollten Batteriespeicher in jedes Baugebiet planen und auch das Sondervermögen dafür einsetzen.“ Als vorbildlich nannte Streit die „Eifel-Pipeline“ mit Leitungen für Trinkwasser, Strom, Erd- und Biogas sowie Glasfaser.
Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch.
Standortpolitik
Dr. Matthias Schmitt
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