01.11.2015
Export-Experten „reisen“ in Trier bis nach Vietnam und Peru
Dieser Text ist vom 01.11.2015 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Forum behandelte unter anderem den neuen Unionszollkodex
Erfolgreiche Geschäfte auf dem internationalen Parkett und der Wissensaustausch auf dem Weg dorthin, das sind die Ziele des Exportforums Rheinland-Pfalz/Saarland. Zum ersten Mal ausgerichtet von der IHK Trier, haben sich rund 200 Unternehmensvertreter im ERA Conference Centre über neue Trends und Bestimmungen im Außenhandel informiert.
Zu Beginn der Veranstaltung der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz/Saarland betonte der Trierer IHK-Präsident Peter Adrian, offene Märkte seien die Grundvoraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Doch Handelshemmnisse wie schärfere Zertifizierungs- oder Sicherheitsanforderungen und ein erschwerter Zugang zu öffentlichen Aufträgen bremsten das Auslandsgeschäft immer stärker aus. „In fast allen Ländern treffen Sie auf Handelsbarrieren. Dabei heißt die Lösung: Freihandel fördern und Märkte öffnen!“
Unionszollkodex: Angespannte Stimmung in der Wirtschaft
In allen Phasen des Auslandsgeschäfts unterstützen die IHKs ihre Mitgliedsbetriebe und machen sie unter anderem auf die aktuellen Regelungen aufmerksam – so auch die Zollvorschriften. Reinhard Fischer, zuständig für politische und strategische Zollfragen bei der Deutschen Post DHL, berichtete den Teilnehmern des Exportforums vom neuen Unionszollkodex, der am 1. Mai 2016 in Kraft tritt. Die Stimmung in der Wirtschaft sei diesbezüglich „merklich angespannt“ – auch weil sie am Entstehungsprozess nicht ausreichend beteiligt worden und ihre Belange demnach zu kurz gekommen seien.
Zwar bringe der neue UZK auch Erleichterungen mit sich, unter anderem mit Blick auf das Zollschuldrecht. Jede Zollschuld könnte künftig zurückgedreht werden. Doch im Großen und Ganzen reflektierten die neuen Regelungen nicht die aktuellen Herausforderungen, die beispielsweise der eCommerce mit seinen Wachstumsraten im zum Teil dreistelligen Prozentbereich mit sich bringe. Auch nehme die Komplexität der Zolltarife und vor allem der elektronischen Voranmeldung beim Import von Waren zu – letztere bezeichnete Fischer gar als „Albtraum“, da sie künftig mit Bürgschaften abzudecken seien.
Als Ursache sieht er unter anderem die unterschiedlichen Zielsetzungen und Herangehensweisen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten in den UZK-Verhandlungen. In der Summe habe sich am Ende eine kontrollorientierte Zollpolitik gegenüber einem liberaleren Ansatz durchgesetzt. Zollrechtliches Benchmarking führe leider nicht immer zur Ideallösung.
Ein Problem sieht Fischer zudem in den 28 verschiedenen Computersystemen, mit denen die EU-Länder arbeiten. „Wir brauchen ein gemeinsames Zoll-IT-System.“ Je einheitlicher die EU auftrete, desto besser könne sie mit anderen Wirtschaftsräumen konkurrieren – lebenswichtig gerade für das exportorientierte Deutschland.
Tipps von Experten aus nah und fern
Die anschließenden Workshops des Exportforums informierten unter anderem über den Forderungseinzug außerhalb Europas, Reihengeschäfte mit Drittländern, die Abwicklung von Lieferungen in die USA und Haftungsfragen der Exportkontrolle. Experten der Zollverwaltung und Partner im Auslandsgeschäft boten zudem Beratungsgespräche an. Und aus fast allen Kontinenten waren Vertreter der Auslandshandelskammern angereist, um den Unternehmen Marktchancen aufzuzeigen und sie über rechtliche Besonderheiten in Ländern wie Saudi-Arabien, Vietnam, Mexiko oder Peru zu informieren.
Im kommenden Jahr macht das Exportforum in Rheinhessen Station.
Zu Beginn der Veranstaltung der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz/Saarland betonte der Trierer IHK-Präsident Peter Adrian, offene Märkte seien die Grundvoraussetzung für Wachstum und Wohlstand. Doch Handelshemmnisse wie schärfere Zertifizierungs- oder Sicherheitsanforderungen und ein erschwerter Zugang zu öffentlichen Aufträgen bremsten das Auslandsgeschäft immer stärker aus. „In fast allen Ländern treffen Sie auf Handelsbarrieren. Dabei heißt die Lösung: Freihandel fördern und Märkte öffnen!“
Unionszollkodex: Angespannte Stimmung in der Wirtschaft
In allen Phasen des Auslandsgeschäfts unterstützen die IHKs ihre Mitgliedsbetriebe und machen sie unter anderem auf die aktuellen Regelungen aufmerksam – so auch die Zollvorschriften. Reinhard Fischer, zuständig für politische und strategische Zollfragen bei der Deutschen Post DHL, berichtete den Teilnehmern des Exportforums vom neuen Unionszollkodex, der am 1. Mai 2016 in Kraft tritt. Die Stimmung in der Wirtschaft sei diesbezüglich „merklich angespannt“ – auch weil sie am Entstehungsprozess nicht ausreichend beteiligt worden und ihre Belange demnach zu kurz gekommen seien.
Zwar bringe der neue UZK auch Erleichterungen mit sich, unter anderem mit Blick auf das Zollschuldrecht. Jede Zollschuld könnte künftig zurückgedreht werden. Doch im Großen und Ganzen reflektierten die neuen Regelungen nicht die aktuellen Herausforderungen, die beispielsweise der eCommerce mit seinen Wachstumsraten im zum Teil dreistelligen Prozentbereich mit sich bringe. Auch nehme die Komplexität der Zolltarife und vor allem der elektronischen Voranmeldung beim Import von Waren zu – letztere bezeichnete Fischer gar als „Albtraum“, da sie künftig mit Bürgschaften abzudecken seien.
Als Ursache sieht er unter anderem die unterschiedlichen Zielsetzungen und Herangehensweisen der einzelnen EU-Mitgliedstaaten in den UZK-Verhandlungen. In der Summe habe sich am Ende eine kontrollorientierte Zollpolitik gegenüber einem liberaleren Ansatz durchgesetzt. Zollrechtliches Benchmarking führe leider nicht immer zur Ideallösung.
Ein Problem sieht Fischer zudem in den 28 verschiedenen Computersystemen, mit denen die EU-Länder arbeiten. „Wir brauchen ein gemeinsames Zoll-IT-System.“ Je einheitlicher die EU auftrete, desto besser könne sie mit anderen Wirtschaftsräumen konkurrieren – lebenswichtig gerade für das exportorientierte Deutschland.
Tipps von Experten aus nah und fern
Die anschließenden Workshops des Exportforums informierten unter anderem über den Forderungseinzug außerhalb Europas, Reihengeschäfte mit Drittländern, die Abwicklung von Lieferungen in die USA und Haftungsfragen der Exportkontrolle. Experten der Zollverwaltung und Partner im Auslandsgeschäft boten zudem Beratungsgespräche an. Und aus fast allen Kontinenten waren Vertreter der Auslandshandelskammern angereist, um den Unternehmen Marktchancen aufzuzeigen und sie über rechtliche Besonderheiten in Ländern wie Saudi-Arabien, Vietnam, Mexiko oder Peru zu informieren.
Im kommenden Jahr macht das Exportforum in Rheinhessen Station.