(Foto: Christopher Arnoldi)
01.05.2026
Der Wald: Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region
Dieser Text ist vom 01.05.2026 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Larissa Kuntz, Geschäftsführerin der elka-Holzwerke in Morbach, fordert ein Umdenken bei der Waldbewirtschaftung.
Mit einem Anteil von 43 Prozent ist Rheinland-Pfalz das Bundesland mit der größten Waldfläche. Auf jeden Einwohner entfallen rechnerisch rund 2100 Quadratmeter Wald. Dabei fungiert der Wald nicht allein als natürliche Lebensgrundlage. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor für eine breit aufgestellte Industrie sichert er auch die Existenz vieler Unternehmen. Blickpunkt Wirtschaft stellt stellvertretend drei Unternehmen vor, die vom Einschlag über die Verarbeitung bis zum Endprodukt die gesamte Wertschöpfungskette des Waldes abbilden.
Hinweis: Alle Gespräche für diese Titelgeschichte haben wir vor der Landtagswahl am 22. März geführt.
IHK-Vizepräsidentin Larissa Kuntz ist in vierter Generation Geschäftsführerin des Familienunternehmens elka-Holzwerke GmbH in Morbach. Die studierte Wirtschaftsingenieurin und Holztechnikerin liebt und lebt das Naturprodukt. Mit großem Engagement setzt sie sich nicht allein für die Zukunft ihres Betriebes ein. Vielmehr hat die 36-Jährige die gesamte Branche im Blick. Sie kämpft dafür, dass diese von Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft stärker wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Und sie fordert ein Umdenken dahingehend, dem Wald frei von Ideologien wieder seine Rolle als Wirtschaftsfaktor zuzugestehen.
Wie sieht das Portfolio der elka-Holzwerke aus?
An unserem integrierten Standort in Morbach betreiben wir mit rund 220 Mitarbeitenden ein Sägewerk, ein Spanplatten- sowie ein Naturholzplattenwerk. Aus Rundholz stellen wir Schnittholz und Holzwerkstoffe her. Holzwerkstoffe sind unsere Spanplatten, beispielsweise für die Türenindustrie, sowie die esb-Holzbauplatten, die etwa im Fertighausbau verwendet werden. Dazu werden die im Sägewerk anfallenden Sägespäne und Hackschnitzel zu Platten gepresst. Außer der Rinde verarbeiten wir alles, schöpfen die Wertschöpfungskette voll aus, stellen ein komplett nachhaltiges Produkt her. (2025 ist elka mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet worden, Anm. der Redaktion).
Welches Holz benötigen Sie, woher kommt es?
Wegen seiner Anatomie und der technologischen Eigenschaften, die etwa beim Schneiden oder Trocknen und beim Einsatz als Bauholz eine Rolle spielen, benötigen wir Nadelholz – wie beispielsweise Fichte, Douglasie, Lärche oder Kiefer. Das Holz stammt aus heimischen Wäldern im Umkreis von 150 Kilometern, ausschließlich aus nachhaltiger, kontrollierter Forstwirtschaft.
Gibt es ausreichend Nachschub?
Der Rohstoff wird zusehends knapp. Die Holzversorgung hat sich zur größten Herausforderung unseres Unternehmens entwickelt. Mit dem Problem sind wir aber nicht alleine. Das hat zum Teil mit dem Klimawandel zu tun. Der erfordert natürlich eine Anpassung im Wald. In Rheinland-Pfalz haben wir 65 Prozent Laub- und 35 Prozent Nadelwald. Abgesehen davon, dass 80 Prozent des Laubholzes zu Brennholz wird, also nicht im Wertstoffkreislauf bleibt, müsste dieses Verhältnis dringend in Richtung des klimaresistenteren Mischwalds korrigiert werden. Zudem bedarf es eines grundsätzlichen Bewusstseinswandels, einer Strategie und eines klaren politischen Bekenntnisses zum Wald als Materialquelle und damit zur Holzindustrie.
Inwiefern?
Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der prozentual größten Waldfläche, der Wald ein für die gesamte Branche bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut der Clusterstudie Forst Holz Papier erwirtschaften rund 7500 Unternehmen mit circa 54.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Jahresumsatz von etwa zehn Milliarden Euro. Trotzdem wird die volkswirtschaftliche Bedeutung nach wie vor nicht ausreichend wahrgenommen.
Woran liegt das?
In Rheinland-Pfalz ist der Wald ein sehr ideologiegetriebenes Produkt. Während Baden-Württemberg und Bayern ministeriumsübergreifend gemeinsam mit Vertretern unterschiedlicher Branchenverbände eine vorbildliche, integrierte Forst- und Holzwirtschaftspolitik verfolgen, wird das hierzulande beim Umweltministerium angesiedelte Thema aus meiner Sicht seit Jahren doppelmoralisch behandelt – Holzbau ja, Waldbewirtschaftung nein. Meiner Meinung nach gehört die Forst- und Holzpolitik wegen ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung in das Wirtschaftsministerium.
Was kritisieren Sie?
Auf der einen Seite ist die Erkenntnis da, dass Holz als einzigartiger Kohlenstoffspeicher gerade im Bausektor eine stetig wichtigere Rolle spielt; es gibt entsprechende Holzbau-Förderprogramme. Auf der anderen Seite wird aktive Waldbewirtschaftung programmatisch verhindert.
Verhindert wodurch?
Früher hat man den Wald als Material- und Einnahmequelle begriffen, der nachhaltig bearbeitet wurde. Heute ist der Wald Erholungsraum, wird romantisiert. Dabei spielen von der Politik getroffene Entscheidungen wie das Ausweisen von Nationalparks und Flächenstilllegungsprämien eine fatale Rolle für die gesamte Wertschöpfungskette. Statt auf konsequente Bewirtschaftung, moderaten Einschlag und kluge Nachpflanzung zu setzen, überlässt man den Wald sich selbst und belohnt das noch mit Geld.
Wie steuern Sie gegen?
Ich kämpfe dafür, dass wir in Rheinland-Pfalz als wichtiger Industriezweig wahrgenommen werden, für ein klares politisches Bekenntnis zur aktiven Waldbewirtschaftung und für die nachhaltige Erhöhung des Nadelholzanteils in Mischwäldern. Denn ohne Nadelholz kein Holzbau, so wie wir ihn kennen. Zudem ist die Wertschöpfungskette vom Wald bis zum fertigen Produkt einfach unschlagbar.
Lesen Sie hier die weiteren Artikel der Titelgeschichte:
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Hinweis: Alle Gespräche für diese Titelgeschichte haben wir vor der Landtagswahl am 22. März geführt.
IHK-Vizepräsidentin Larissa Kuntz ist in vierter Generation Geschäftsführerin des Familienunternehmens elka-Holzwerke GmbH in Morbach. Die studierte Wirtschaftsingenieurin und Holztechnikerin liebt und lebt das Naturprodukt. Mit großem Engagement setzt sie sich nicht allein für die Zukunft ihres Betriebes ein. Vielmehr hat die 36-Jährige die gesamte Branche im Blick. Sie kämpft dafür, dass diese von Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft stärker wahrgenommen und wertgeschätzt wird. Und sie fordert ein Umdenken dahingehend, dem Wald frei von Ideologien wieder seine Rolle als Wirtschaftsfaktor zuzugestehen.
Wie sieht das Portfolio der elka-Holzwerke aus?
An unserem integrierten Standort in Morbach betreiben wir mit rund 220 Mitarbeitenden ein Sägewerk, ein Spanplatten- sowie ein Naturholzplattenwerk. Aus Rundholz stellen wir Schnittholz und Holzwerkstoffe her. Holzwerkstoffe sind unsere Spanplatten, beispielsweise für die Türenindustrie, sowie die esb-Holzbauplatten, die etwa im Fertighausbau verwendet werden. Dazu werden die im Sägewerk anfallenden Sägespäne und Hackschnitzel zu Platten gepresst. Außer der Rinde verarbeiten wir alles, schöpfen die Wertschöpfungskette voll aus, stellen ein komplett nachhaltiges Produkt her. (2025 ist elka mit dem „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ ausgezeichnet worden, Anm. der Redaktion).
Welches Holz benötigen Sie, woher kommt es?
Wegen seiner Anatomie und der technologischen Eigenschaften, die etwa beim Schneiden oder Trocknen und beim Einsatz als Bauholz eine Rolle spielen, benötigen wir Nadelholz – wie beispielsweise Fichte, Douglasie, Lärche oder Kiefer. Das Holz stammt aus heimischen Wäldern im Umkreis von 150 Kilometern, ausschließlich aus nachhaltiger, kontrollierter Forstwirtschaft.
Gibt es ausreichend Nachschub?
Der Rohstoff wird zusehends knapp. Die Holzversorgung hat sich zur größten Herausforderung unseres Unternehmens entwickelt. Mit dem Problem sind wir aber nicht alleine. Das hat zum Teil mit dem Klimawandel zu tun. Der erfordert natürlich eine Anpassung im Wald. In Rheinland-Pfalz haben wir 65 Prozent Laub- und 35 Prozent Nadelwald. Abgesehen davon, dass 80 Prozent des Laubholzes zu Brennholz wird, also nicht im Wertstoffkreislauf bleibt, müsste dieses Verhältnis dringend in Richtung des klimaresistenteren Mischwalds korrigiert werden. Zudem bedarf es eines grundsätzlichen Bewusstseinswandels, einer Strategie und eines klaren politischen Bekenntnisses zum Wald als Materialquelle und damit zur Holzindustrie.
Inwiefern?
Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der prozentual größten Waldfläche, der Wald ein für die gesamte Branche bedeutender Wirtschaftsfaktor. Laut der Clusterstudie Forst Holz Papier erwirtschaften rund 7500 Unternehmen mit circa 54.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Jahresumsatz von etwa zehn Milliarden Euro. Trotzdem wird die volkswirtschaftliche Bedeutung nach wie vor nicht ausreichend wahrgenommen.
Woran liegt das?
In Rheinland-Pfalz ist der Wald ein sehr ideologiegetriebenes Produkt. Während Baden-Württemberg und Bayern ministeriumsübergreifend gemeinsam mit Vertretern unterschiedlicher Branchenverbände eine vorbildliche, integrierte Forst- und Holzwirtschaftspolitik verfolgen, wird das hierzulande beim Umweltministerium angesiedelte Thema aus meiner Sicht seit Jahren doppelmoralisch behandelt – Holzbau ja, Waldbewirtschaftung nein. Meiner Meinung nach gehört die Forst- und Holzpolitik wegen ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung in das Wirtschaftsministerium.
Was kritisieren Sie?
Auf der einen Seite ist die Erkenntnis da, dass Holz als einzigartiger Kohlenstoffspeicher gerade im Bausektor eine stetig wichtigere Rolle spielt; es gibt entsprechende Holzbau-Förderprogramme. Auf der anderen Seite wird aktive Waldbewirtschaftung programmatisch verhindert.
Verhindert wodurch?
Früher hat man den Wald als Material- und Einnahmequelle begriffen, der nachhaltig bearbeitet wurde. Heute ist der Wald Erholungsraum, wird romantisiert. Dabei spielen von der Politik getroffene Entscheidungen wie das Ausweisen von Nationalparks und Flächenstilllegungsprämien eine fatale Rolle für die gesamte Wertschöpfungskette. Statt auf konsequente Bewirtschaftung, moderaten Einschlag und kluge Nachpflanzung zu setzen, überlässt man den Wald sich selbst und belohnt das noch mit Geld.
Wie steuern Sie gegen?
Ich kämpfe dafür, dass wir in Rheinland-Pfalz als wichtiger Industriezweig wahrgenommen werden, für ein klares politisches Bekenntnis zur aktiven Waldbewirtschaftung und für die nachhaltige Erhöhung des Nadelholzanteils in Mischwäldern. Denn ohne Nadelholz kein Holzbau, so wie wir ihn kennen. Zudem ist die Wertschöpfungskette vom Wald bis zum fertigen Produkt einfach unschlagbar.
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