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02.09.2019

Tourismus im Aufwind - skeptischer Zukunftsblick


Dieser Text ist vom 02.09.2019 und könnte inhaltlich veraltet sein.

IHK Trier legt Saisonbericht und Branchenportrait für die Tourismuswirtschaft vor

Mosel, Eifel und Hunsrück liegen voll im Trend. Das zeigt das aktuelle Branchenportrait Tourismus der Industrie- und Handelskammer Trier. Die Gästeankünfte in der Region haben 2018 ein neues Rekordniveau erreicht – im Vergleich zu 2017 stieg die Zahl um knapp drei Prozent auf 2,3 Millionen. Besonders die Stadt Trier sticht hervor – sie erzielte mit einem Plus von 7,9 Prozent den größten Zuwachs. Doch auch die Landkreise Trier-Saarburg und Bernkastel-Wittlich können von sich schreiben: Rund vier Prozent mehr Besucher als noch im Vorjahr reisten in die Regionen. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Übernachtungszahlen Knapp sieben Millionen Gäste übernachteten in der Region Trier. 840 545 Übernachtungen entfielen davon auf die Stadt Trier, die somit eine Steigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen konnte. Zurückzuführen sind die Zahlen voraussichtlich auf die Karl-Marx-Ausstellung im vergangenen Jahr.

Kulturelle Veranstaltungen wirken als Magnet
Die Ergebnisse zeigen, dass die Stadt mit einer Großausstellung wie Karl-Marx eine hohe Ausstrahlungs- und Anziehungskraft initiieren kann. Dabei sind die wirtschaftlichen Effekte nicht nur bei den Museen direkt, sondern auch in branchennahen Bereichen wie dem Tourismus oder dem Einzelhandel zu spüren. Gerade durch die kleinteilige Anbieterstruktur bietet es sich geradezu an, die Kräfte zu bündeln, um eine überregionale Wahrnehmbarkeit erzielen zu können und eine Win-win Situation für alle Beteiligten zu schaffen. Bleibt zu hoffen, dass es den Akteuren der Stadt und den Museen gelingt, mit guten Ideen auch künftig mit überregional ausstrahlenden Ausstellungen Akzente für die Stadt und die Region zu setzen. Wichtig dabei ist auch eine Unterstützung von Seiten der Landesregierung, um die notwenigen Maßnahmen für eine regelmäßige Durchführung kultureller Großveranstaltungen aus dem Oberzentrum Trier heraus zu sichern.

Umsatzsteigerungen im Gastgewerbe
Auch die Ergebnisse der Saisonumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier, die zweimal im Jahr die Betriebe im Gastgewerbe zu ihrer Situation befragt, zeigt, dass die Wintersaison für die Tourismuswirtschaft in der Region weitgehend positiv verlaufen ist. Ein Drittel der Betriebe bewertete die Geschäftslage als gut. 30 Prozent der Betriebe konnten Gewinn- und Umsatzsteigerungen verzeichnen. Das entspricht einer Steigerung von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Die Umfrage verdeutlicht auf der anderen Seite aber auch, dass die Hotels und Gaststätten in der Region nicht ganz so optimistisch in die Zukunft blicken und die Stimmung sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert hat. Lag der Saldo der Gut-Schlecht-Beurteilung 2018 noch bei 15,96 Punkten, ist der Wert 2019 um sieben Punkte auf 8,9 gesunken. Während im letzten Jahr noch jeder dritte Betriebe optimistisch in die Zukunft blickte, ist es in diesem Jahr nur noch jedes sechste Unternehmen.

Netzwerk beschäftigt sich mit Fachkräftesicherung
Getrübt wird die Stimmung vor allem durch den anhaltenden Fachkräftemangel, die steigenden Arbeitskosten sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Diese zählen laut der IHK-Studie zu den größten Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung der Betriebe. Die zahlreichen Dokumentations- und Meldepflichten erschweren die Arbeit in der Branche. Hier muss es Erleichterungen geben. Damit die Freude an der Arbeit in der Gastronomie und Hotellerie durch die zusätzlichen Bürokratielasten nicht gemindert wird, muss gehandelt werden. So nimmt die neue rheinland-pfälzische Tourismusstrategie, die Bedürfnisse der Betriebe stärker in den Fokus. Neben der Optimierung der Rahmenbedingungen, soll ein einzelbetriebliches Förderprogramm speziell für die Branche aufgesetzt werden. Auch sollen Familienbetriebe in einem Netzwerk zusammengebracht werden, was die IHKs federführend übernehmen. Die erste Netzwerkveranstaltung hat im Sommer stattgefunden. Gemeinsam mit den Betrieben wurde das Thema Fachkräftesicherung erarbeitet. Welche Initiativen und Projekte zu entwickeln sind, wird in den nächsten Runden mit den Teilnehmern diskutiert.

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