Sprungmarken zu den wichtigsten Seitenabschnitten


Suche Hauptnavigation A-Z Übersicht Hauptinhalt Servicelinks


IHK Trier


Seitenkopf

Seitenhauptinhalt

  • 01.03.2021

    Regionale Wirtschaft stabilisiert sich im Lockdown

    Industriekonjunktur robuster; Einzelhandel leidet unter Geschäftsschließungen

  • Foto: Dr. Matthias Schmitt
    Standortpolitik

    Dr. Matthias Schmitt

    Tel.: (06 51) 97 77-9 01
    Fax: (06 51) 97 77-5 05
    schmitt@trier.ihk.de


Dieser Text ist vom 01.03.2021 und könnte inhaltlich veraltet sein.
Trotz des bereits seit Mitte Dezember bestehenden erweiterten Lockdowns hat sich die regionale Konjunktur stabilisiert. Der IHK-Konjunkturklimaindikator ist von 102 Punkten im Herbst 2020 auf aktuell 105 Punkte leicht gestiegen. Er bewegt sich damit im „konjunkturneutralen“ Bereich, aber weiterhin deutlich unterhalb des langjährigen Durchschnittswerts, der bei rund 120 Indikatorpunkten liegt. An der Umfrage haben sich 182 regionale Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungssektor mit rund 20 000 Beschäftigten beteiligt.

Geschäftslage besser als Erwartungen
Ihre aktuelle Geschäftslage charakterisieren 43 Prozent aller Befragten als gut, 33 Prozent als befriedigend und 24 Prozent als schlecht. Daraus ergibt sich ein Saldo aus Positiv- und Negativantworten in Höhe von +19 Prozentpunkten (Herbst 2020: +15 Prozentpunkte). Trotz des Dezember-Lockdowns hat sich somit die Geschäftslage der Unternehmen im Durchschnitt sogar leicht verbessert. Weniger positiv als die Einschätzung der aktuellen Geschäftssituation fallen die mittelfristigen Zukunftserwartungen aus. Hier stehen 21 Prozent Optimisten 28 Prozent Pessimisten gegenüber. Im vergangenen Herbst hatte das Verhältnis allerdings noch bei 13 zu 23 Prozent gelegen. Insgesamt präsentiert sich die regionale Konjunktur derzeit also, in Anbetracht der Umstände, in einer zufriedenstellenden Verfassung, wobei jedoch hinsichtlich der Wachstumsperspektiven für 2021 weiterhin eine große Unsicherheit herrscht. Dies schlägt sich auch auf die betrieblichen Investitions- und Beschäftigungspläne nieder, die für das laufende Jahr mit einem kleinen Minuszeichen versehen sind.

Auseinanderdriftende Branchenkonjunkturen
Besonders auffällig sind die extrem voneinander abweichenden Branchenrückmeldungen. Im produzierenden Gewerbe läuft es derzeit vergleichsweise rund, auch wenn der Konjunkturmotor noch nicht das Maximum vergangener Jahre erreicht hat. Der IHK-Konjunkturklimaindikator für die Industrie liegt bei 121 Punkten und hat sich gegenüber der Herbstumfrage um 12 Punkte deutlich verbessert. Anders sieht es im Dienstleistungssektor aus, wo die personenbezogenen Dienstleister die Branchenwerte nach unten ziehen. Hier ist der Indikator von 105 auf 96 Punkte gefallen. Am schlechtesten präsentiert sich die Lage im Handel, der in besonderem Maße vom Lockdown betroffen ist. Dort ist der Indikator von 86 auf 82 Punkte gefallen und bewegt sich tief im roten Bereich. Im Einzelhandel berichtet rund die Hälfte der Befragten von schlechten Geschäften und ebenfalls die Hälfte blickt skeptisch auf ihre wirtschaftlichen Perspektiven für 2021.

Industrieindikatoren präsentieren sich erholt
Während vor der Corona-Pandemie die binnenorientierten Wirtschaftsbereiche, also Dienstleistungssektor und Handel, die Konjunktur stabilisierten, präsentiert sich die Situation nun umgekehrt: Die Industrie hat sich an die Spitze der Konjunkturlokomotive gesetzt. Die Hälfte der Befragten aus dem sekundären Sektor berichtet von guten, ein Drittel von befriedigenden und nur 14 Prozent von schlechten Geschäften. Die Kapazitätsauslastung wird von den Betrieben als überdurchschnittlich eingeschätzt. Ebenso haben sich die Auftragsbestände in den vergangenen Monaten erhöht und auch von der außenwirtschaftlichen Seite kommen Entwarnungszeichen. Während im Herbst 2020 noch ein Exporterwartungssaldo von -30 Prozentpunkten vorlag, liegt dieser aktuell bei +2 Prozentpunkten und deutet eine erfreuliche Trendumkehr im außenwirtschaftlichen Bereich an. Insgesamt weisen die Umfragedaten auf eine Fortsetzung der nach Branchen gespaltenen Konjunkturentwicklung hin. Die derzeit vom Lockdown betroffenen Unternehmen erbringen ein Sonderopfer für die gesamte Wirtschaft und bedürfen der umgehenden Unterstützung durch angemessen ausgestaltete Finanzierungshilfen, um Insolvenzen zu vermeiden. Eine Konvergenz der Branchenkonjunkturen kann erst eintreten, wenn die vom Lockdown betroffenen Unternehmen ihre Produkte wieder am Markt anbieten dürfen. Hierfür bedarf es möglichst frühzeitig einer klar kommunizierten Öffnungsstrategie.

Seitenfuß