IHK Trier


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02.09.2019

Perspektiven der Innenstadtentwicklung


Dieser Text ist vom 02.09.2019 und könnte inhaltlich veraltet sein.

IHK-Vollversammlung verabschiedet Positionspapier

Innenstädte haben seit jeher einem Wandlungsprozess unterlegen und mussten sich an veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen anpassen. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Anpassungsdruck, insbesondere durch die enorme Wachstumsdynamik des Online-Handels und die damit verbundenen Herausforderungen für den klassischen, stationären Einzelhandel, deutlich intensiviert. Als Folge davon verändert sich die Nutzungsstruktur innerstädtischer Areale. Während die Mietflächen der Einzelhändler kaum noch wachsen oder sogar zurückgehen, erobern zunehmend
gastronomische, aber auch Freizeit- und Dienstleistungsangebote die Cities. Kurz: Die Innenstädte werden multifunktionaler. Das bietet einerseits Chancen, wirft andererseits aber auch die Frage auf, in welchem Umfang die neuen Nutzungen die klassische Rolle des Einzelhandels als zentraler Frequenzbringer übernehmen können.

Gemeinsame Ausschusssitzung
Dieser herausfordernden Thematik haben sich die IHK-Ausschüsse für Wirtschaftsund Regionalentwicklung sowie Handel und Standortmarketing in einer gemeinsamen Sitzung am 12. Juni 2019 in der IHK Trier angenommen. Unter Leitung des Handelsausschussvorsitzenden Georg Stephanus diskutieren die Gremienmitglieder engagiert darüber, welche Weichenstellungen erfolgen sollten, um die regionalen Innenstädte zukunftsfähig zu erhalten. IHK-Präsident Peter Adrian führte mit einem Impulsreferat in das Thema ein und skizzierte die aktuell ablaufenden Veränderungsprozesse. In Folge der zunehmenden Filialisierung des Handels und eines modifizierten Verbraucherverhaltens habe sich das Erscheinungsbild der Cities deutlich verändert. Durch die Ansiedlung attraktiver gastronomischer Nutzungen, eine intensivere Wohnnutzung, die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, eine marktorientierte Mietpreispolitik und die Verbindung des stationären Handels mit innovativen Onlineformaten könne der Entwicklungsprozess der Innenstädte nachhaltig in die richtige Richtung gelenkt werden. Als weitere zentrale Aspekte wurden ein qualitätsorientiertes Angebot und eine gute verkehrliche Erreichbarkeit identifiziert. Ralf Beckmann vom Beratungsinstitut Stadt+Handel aus Dortmund referierte anschließend detailliert die deutschlandweit zu beobachtenden Trends in Sachen Innenstadtentwicklung. Als notwendige Handlungsansätze identifizierte Beckmann – quasi als Fazit seiner Ausführungen – die Erarbeitung und konsequente Umsetzung innenstadtorientierter Einzelhandels- und Zentrenkonzepte, die Ansiedlung innovativer Gastronomie- und Entertainmentangebote, eine zum Standort passende Zielgruppendefinition sowie die Identifikation städtischer Potenzialflächen für weitere attraktivitätssteigernde Nutzungsvarianten. Die Innenstadt der Zukunft müsse sich zum digital abgebildeten Erlebnisraum weiterentwickeln.

IHK-Impulspapier verabschiedet
Jan Eitel, Mitglied des IHK-Ausschusses für Wirtschafts- und Regionalentwicklung, stellte den anwesenden Sitzungsteilnehmern die Grundzüge eines gemeinsam von ihm und den zuständigen IHK-Fachreferenten erarbeiteten Positionspapiers zur Innenstadtentwicklung vor. Das Papier thematisiert die zentralen Aktionsfelder einer zukunftsorientierten Innenstadtentwicklungspolitik und formuliert hierzu konkrete Forderungen. Dabei werden die folgenden Aspekte diskutiert: Potenziale der besonderen regionalen Städtestruktur, zunehmende Multifunktionalität der Innenstädte, Entwicklung des Einzelhandels im innerstädtischen Gefüge, Digitalisierungim Handel und Etablierung von „smart cities“, Gestaltungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums, City-Marketing und kommunale Vernetzung, Business Improvement Districts, verkehrliche Erreichbarkeit sowie Ansätze für eine moderne City-Logistik. Die Ausschussmitglieder empfahlen das Impulspapier der IHK-Vollversammlung zur Beschlussfassung. Die IHK-Vollversammlung ihrerseits verabschiedete das Positionspapier während ihrer Sommersitzung am 15. August 2019. Es dient nun als inhaltliche Grundlage für die Politikgespräche der IHK Trier mit den kommunalpolitisch Verantwortlichen zum Thema Innenstadtentwicklung.

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