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IHK Trier


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01.03.2021

Noch Luft nach oben


Dieser Text ist vom 01.03.2021 und könnte inhaltlich veraltet sein.

Forschungszentrum Mittelstand, IRT, IHK und HWK veröffentlichen regionale Innovationstudie

„Die Region Trier schneidet bei wichtigen Innovationsindikatoren unterdurchschnittlich ab. Gleichzeitig gibt es hier zahlreiche innovative Unternehmen. Wir wollten diese kennenlernen, um zu erfahren, wie wir den Austausch intensivieren und wo wir konkret ansetzen können“, erläutert IHK-Chefvolkswirt Dr. Matthias Schmitt den Projektansatz. Die vier Kooperationspartner hatten bereits im Jahr 2019 eine gemeinsame Studie zur regionalen Innovationskraft durchgeführt. Dabei wurden 173 besonders innovative Unternehmen identifiziert. Die Initiative Region Trier (IRT) beauftragte das Forschungszentrum Mittelstand (FZM) anschließend mit einer weiterführenden Analyse, die es regionalen Akteuren ermöglichen soll, die Innovationslandschaft zu gestalten. „Wir möchten mit dieser Studie einen Beitrag zur Förderung der regionalen Innovationskraft leisten und aus erster Hand erfahren, an welchen Stellen der Schuh drückt“, sagt Dr. Joachim Streit, Vorsitzender der IRT.

Direktes Gespräch mit Unternehmen

In der 2020 durchgeführten Folgestudie „Innovative Unternehmen in der Region Trier – Hemmnisse & Herausforderungen von Innovation“ suchte man das direkte Gespräch mit den Unternehmen. Dazu führte das FZM unter der Leitung von Prof. Jörn Block Experteninterviews mit 20 innovativen Unternehmen der Region. Dabei zählten hochinnovative Ein-Personen-Unternehmen sowie große Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern zu den Interviewpartnern. Im gemeinsamen Gespräch konnten vier regionale Innovationshemmnisse identifiziert werden.

Förderung junger innovativer Unternehmen
Die Förderung innovativer Startups ist sowohl im Sinne junger als auch etablierter Unternehmen. Während junge innovative Unternehmen häufig Finanzierungsschwierigkeiten haben, fehlt etablierten Unternehmen meist der Austausch mit Startups, die für zusätzliche Denkanstöße sorgen können. Eine stärkere Vernetzung zwischen beiden Unternehmenstypen ist daher wünschenswert. Startups könnten frühzeitig Partnerschaften mit Unternehmen schließen und mögliche regionale Geldgeber gewinnen, während etablierte Unternehmen innovative Potenziale und Investmentobjekte frühphasig entdecken könnten. Um solche Netzwerke zu stärken, planen IRT, IHK, HWK Trier und FZM als nächstes gemeinsames Projekt die Gründung eines „Club der Innovatoren“.

Öffentliche Förderprogramme im Bereich Innovation
Zwar existiert eine Vielzahl von Förderprogrammen im Innovationsbereich, viele Unternehmen kritisierten jedoch hohe Hürden bei deren Antragstellung. Hilfe erhalten Unternehmen hierbei durch bereits vorhandene Strukturen, wie etwa die Berater der Kammern und regionalen Wirtschaftsförderungseinrichtungen. Dennoch sollten die Anforderungen bei der Beantragung von Förderprogrammen aus Sicht der Betroffenen reduziert werden.

Geistiges Eigentum
Um Innovationen voranzutreiben, spielt der Schutz geistigen Eigentums eine wichtige Rolle. Die Befragten gaben jedoch an, dass es unternehmensintern am erforderlichen Expertenwissen fehle, weshalb kostspielige externe Beratung genutzt wird. Dies wirkt den Vorteilen geistigen Eigentums und den Innovationsbestrebungen der Unternehmen entgegen. Hilfe erhalten Unternehmen derzeit etwa durch Angebote der IHK und HWK, wie zum Beispiel die Patentsprechtage.

Innovationsförderung im Handwerk
Um die Innovationskraft im Handwerk zu steigern, sollten in der Lehre mehr innovationsbezogene Themen unterrichtet werden. Dadurch können Lehrlinge später verstärkt innovative Lösungen entwickeln. Zudem wurde eine stärkere Differenzierung in der Ausbildung gewünscht. Interessierte Lehrlinge könnten sich über den üblichen Lehrplan hinaus Strategien zur Innovationsgenerierung und -umsetzung aneignen.

Region gut aufgestellt – mit Luft nach oben
Die Studien zeigen, dass bereits zahlreiche innovative Unternehmen in der Region angesiedelt sind und diese an einer weiteren Steigerung der regionalen Innovationskraft interessiert sind. „Die innovativen Unternehmen haben klargemacht, dass der Wille zur Schaffung eines innovativen Ökosystems vorhanden ist. Die regionalen Akteure sollten diesen Willen nun mit entsprechenden Maßnahmen unterstützen“, sagt Prof. Block. „Das Potenzial ist vorhanden, nun geht es darum, dieses auch zu nutzen.“

Autor:
Walter Diegel
Forschungszentrum Mittelstand


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