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IHK Trier


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  • 18.11.2022

    IHK-Weinausschuss beschäftigte sich mit Green Deal

    Auch Kennzeichnungsfragen und digitale Weinbegleitpapiere standen auf der Tagesordnung

  • Foto: Albrecht Ehses
    Wein & Tourismus

    Albrecht Ehses

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Der Weinbau steht vor zahlreichen Herausforderungen auf allen Ebenen der Weinbaupolitik, national wie international. Grund genug für den IHK-Weinausschuss der vier IHKs aus Rheinland-Pfalz und der IHK Wiesbaden sich gemeinsam mit dem Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbandes, Christian Schwoerer, mit den Zielen und Regelungen der Biodiversitätsstrategie und des „Green Deal“ zu beschäftigen. Die EU-Kommission hat einen Verordnungsvorschlag über die Wiederherstellung der Natur veröffentlicht. Mit enthalten, ein von der Kommission vorgeschlagenes Pflanzenschutzpaket. „Ein Auflagenwahnsinn mit einem kompletten Anwendungsverbot von Pflanzenschutzmitteln in sensiblen Gebieten. Das macht den Weinbau in den Flusstälern unmöglich“, bewertet Ausschussvorsitzender Dr. Richter die Vorschläge aus Brüssel. Hinzu kommt, dass laut Koalitionsvertrag bis 2030 ein Anteil von 30 Prozent Ökoanbau erreicht werden soll, was kaum umzusetzen sein wird.

Ein weiterer Punkt, der sich für die Anwendung in der Praxis immer weiter zuspitzt, ist die Kennzeichnung von Nährwert und Zutaten. Hierzu berichtete Dr. Michael Köhler, Referatsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Vor dem Hintergrund der ab dem 08.Dezember 2023 verpflichtend werdenden Nährwert-, Brennwert- und Inhaltsangaben liegt seitens der Kommission ein delegierter Rechtsakt vor. In Kürze müssen sich alle Beteiligten der Weinbranche mit der Umstellung ihrer Etiketten, mit der eventuellen Nutzung von QR-Codes und mit „E-Label-Systemen“ auseinandersetzen. Bei der Übernahme von Trauben, Most oder Wein sind die von den Winzern zuvor angewendeten Zutaten dem Abnehmer zu melden. Als problematisch erweist sich, dass parallel eine Reform der Lebensmittelinformations-Verordnung (LMIV) ansteht und hier weitere Gesundheits- und Warnhinweise drohen.

Aus dem Bereich der Weinüberwachung Rheinland-Pfalz stellte Markus Schmelzer das „Elektronische Weinbegleitdokument-Verfahren“, kurz „eWeinBV“, vor. Aufgrund der Vorgaben der EU zum OZG (Online-Zugangsgesetz) müssen Begleitdokumente für den Transport nicht abgefüllter Weinerzeugnisse automatisch digital erstellt werden können. Alle Bundesländer beteiligen sich an eWeinBV, so dass bundesweit einheitlich verfahren werden kann. In einer noch offenen Übergangsphase können digitale und analoge Begleitdokumente nebeneinander verwendet werden. Start ist für Mitte bis Ende Dezember 2022 vorgesehen. Wichtig ist, dass alle beteiligten Unternehmen über ein „ELSTER-Organisationszertifikat“ verfügen. Der Zugang erfolgt dann über die Portale des Bundes, der Länder oder über Fachportale. Seitens der Weinkommissionäre wurde angemahnt, in den Prozess stärker eingebunden zu werden und für Schnittstellen zu den Verwaltungssystemen der Abnehmer zu sorgen.


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