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IHK Trier


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  • 01.05.2021

    Doppelt stark: Ausbildung im Team

    Wie die Zusammenarbeit von mehreren Betrieben funktionieren kann

  • Foto: Petra Scholz
    Ausbildung

    Petra Scholz

    Tel.: (06 51) 97 77-3 20
    Fax: (06 51) 97 77-3 05
    scholz@trier.ihk.de

Lukas Notte will keinen einfachen Ausbildungsbetrieb führen, sondern einen attraktiven, der seinen Auszubildenden das bestmögliche Können und Wissen mit auf den Weg gibt. Deshalb machte sich der Pächter der Turnhalle Bitburg, einem Restaurant mit Cocktailbar in der denkmalgeschützten ehemaligen Turnhalle des Bitburger Gymnasiums, darüber Gedanken, bevor er in die Ausbildung einstieg.
Kann ich alle Ausbildungsinhalte so vermitteln, dass ich damit zufrieden bin? Nicht ganz, sagte er sich vor dem Gespräch zur Eignungsfeststellung mit dem Ausbildungsberater der IHK Trier. Aber: „Jeder Gastronom hat eigene Schwerpunkte und geht seinen eigenen Weg. Wenn sie sich austauschen, kann ein Azubi davon doch nur profitieren.“
Deshalb suchte Notte in seinem Umfeld nach einem Ausbildungspartner, mit dem er gemeinsam die Ausbildungsinhalte noch besser vermitteln kann – und wurde in der Familie Poss fündig. Sie führt das Feinschmecker-Restaurant Schloss Niederweis.
Die beiden Betriebe entschieden sich dazu, in der Berufsausbildung zu kooperieren. So erfahren Nottes Auszubildende im Schloss Niederweis beispielsweise künftig, wie Gäste zum Wein beraten werden. In der Turnhalle Bitburg lernen die Auszubildenden der Familie Poss wiederum den Barbetrieb kennen, den es bei ihnen nicht gibt. Was die Einsatzzeiten betrifft, ist der Austausch flexibel geregelt.
Was hier als Ausbildungspartnerschaft geplant ist, heißt im Berufsbildungsgesetz „Verbundausbildung“. Können erforderliche berufliche Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten nicht in vollem Umfang vermittelt werden, gilt eine Ausbildungsstätte demnach trotzdem als geeignet, wenn sie mit Hilfe einer externen Ausbildungsmaßnahme vermittelt werden können. Ist eine Verbundausbildung also nicht nur eine solche informelle Partnerschaft, sondern Voraussetzung für die Eignung einer Ausbildungsstätte, werden diese Absprachen verbindlich vertraglich geregelt. Wie der Verbund konkret geregelt, ist, dazu gibt es unterschiedliche Modelle – je nach den Gegebenheiten vor Ort.  

Verbundausbildung als Kriseninstrument
Miriam Peetzen, Ausbildungsbeauftragte der Brommenschenkel GmbH, lernte die Verbundausbildung in der Coronapandemie als Kriseninstrument kennen. Die Brommenschenkel GmbH bildet unter anderem Köche, Restaurant- und Hotelfachleute aus, die meisten von ihnen haben Migrationshintergrund. Wegen der erzwungenen Schließung des Hotels gab es für die Auszubildenden nach überbrückenden Arbeitsaufträgen bald keine Arbeit mehr. Auf Kurzarbeit wollte der Betrieb nicht zurückgreifen, um die jungen Menschen nicht zu demotivieren. Eine Verbundausbildung mit einem anderen gastronomischen Betrieb war aber ausgeschlossen, da das komplette Gastgewerbe von der Krise betroffen war und ist.
Die Lösung lag sehr nah: Die Brommenschenkel GmbH konnte davon profitieren, dass es unter ihrem Dach anerkannte Ausbildungsstätten im Einzelhandel gibt. So fanden sich Einsatzgebiete mit passenden Ausbildungsinhalten für die Nachwuchskräfte – nur eben angewandt in einer anderen Branche. In der Obst- und Gemüseabteilung und an der Fleisch- oder Käsetheke des BioGates zum Beispiel. Oder im Wein- oder Fischverkauf im Restaurant Oechsle. Dort erhalten die werdenden Köche sowie Restaurant- und Hotelfachleute die Chance, die Warenkunde aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Auch Ausbildungsinhalte wie der Umgang mit Gästen, Hygiene und Warenwirtschaft kommen im Einzelhandelssegment nicht zu kurz. Die Auszubildenden sind sich einig, dass sie bald wieder in ihrem eigentlichen Ausbildungsberuf und -betrieb weiter lernen möchten. Aber solange das nicht geht, ist dieser Verbundeinsatz die ideale Lösung.
Ein nicht firmeninterner Verbund, der eingegangen wird, um Ausbildung auch dann zu ermöglichen, wenn dies coronabedingt erschwert wird, kann über das Zuschussprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ finanziell gefördert werden. Bei Fragen zur Förderung oder zur Vertragsgestaltung und der rechtlichen Regelung von Verbundausbildung wenden Sie sich gerne an die Ausbildungsberater der IHK Trier!

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