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Wein, Weingesetz, IHK Trier
(Foto: Deutsches Weininstitut (DWI))

11.07.2017

Weingesetzänderung in Kraft

Im deutschen Weinbau werden bis ins Jahr 2020 Neuanpflanzungen auf jeweils 0,3 Prozent der bundesweiten Rebfläche begrenzt bleiben. Dies entspricht wie in den Vorjahren rund 300 Hektar deutschlandweit. Der Bundesrat hat das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Änderung weinrechtlicher und agrarmarktstrukturrechtlicher Vorschriften gebilligt. Ebenso umgesetzt wird die Begrenzung der Hektarerträge für Weine ohne Herkunftsbezeichnung, insbesondere für Flächen außerhalb der Anbau- und Landweingebiete. Hier gilt gemäß der Novelle künftig bundeseinheitlich ein Höchstertrag von 200 Hektoliter pro Hektar. Den Landesregierungen wird jedoch die Möglichkeit eingeräumt, durch eine Rechtsverordnung selbst einen geringeren Hektarertrag festzulegen.

Desweiteren sieht die Neuregelung eine Anhebung der Bagatellgrenze der bestockten Rebfläche vor, oberhalb derer die Weinbaubetriebe abgabepflichtig für den Deutschen Weinfonds (DWF) werden – und zwar von 500 auf 1000 Quadratmeter. Neu ist auch, dass die Landesregierungen nun Organisationen zur Verwaltung herkunftsgeschützter Weinnamen anerkennen können. Eine Anerkennung kann nur dann erfolgen, wenn die Organisation hinreichend repräsentativ ist, die Mitglieder in dem Gebiet über mindestens zwei Drittel der Weinbergsflächen verfügen und auf sie zusätzlich zwei Drittel der Weinerzeugung entfallen.

Grünes Licht gab es auch für die „Verordnung zur Änderung der Agrarmarktstrukturverordnung und zur Aufhebung der Milch-Sachkunde-Verordnung“. Danach können künftig auch im Weinsektor Branchenverbände anerkannt werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Bundesländer dies aufgrund besonderer regionaler Gegebenheiten für erforderlich halten und die Anerkennung per Rechtsverordnung ermöglichen. Aktuell wird dieser Wunsch im Weinanbaugebiet Franken diskutiert, eine Umsetzung soll demzufolge in Bayern erfolgen. In Rheinland- Pfalz wird über die Einführung von Schutzgemeinschaften gesprochen, die die regionalen Weinwirtschaftsräte ablösen sollen.



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Wein & Tourismus
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