Offizielles Internetangebot der IHK Trier


EAN-Nummernsysteme und Strichcodes - Terminologieanpassung 2009

Bei der inner- wie zwischenbetrieblichen Kommunikation werden bisher EAN-Nummernsysteme sowie Strichcodes als Träger von Informationen eingesetzt.

Unterschiedliche Nummernsysteme beziehen sich auf Infomationen über Adressen (ILN), über Waren (EAN) oder über Versandeinheiten (NVE).

Zuständig für die Zuweisung der Nummern ist in Deutschland die GS1 Germany GmbH:

GS1 Germany GmbH
Maarweg 133, 50825 Köln
Postfach 30 02 51, 50772 Köln
Tel.: 0221/947 14-0
Fax: 0221/947 14-990
E-Mail: info@gs1-germany.de (Internet siehe Menueleiste)

Was heißt das?

Die Terminologieanpassung von GS1 Germany umfasst die Umstellung der bislang in Deutschland üblichen Begriffe auf die bestehende internationale (englische) Terminologie, bezogen auf ganz konkrete GS1-Identifikations- und Strichcodestandards. Ziel ist es, weltweit einheitliche Begrifflichkeiten zu verwenden - getreu dem Motto:

Warum wird die Anpassung jetzt vollzogen?

Die mit dem Zusammenschluss in 2005 von EAN International und dem amerikani­schen UCC zur gemeinsamen Organisation „GS1“ beschlossene GS1 Corporate Identity umfasste neben einer Umbenennung aller EAN-Organisationen (aus CCG wurde GS1 Germany) auch eine Vereinheitlichung der historisch bedingt unterschiedlichen Namen für gleiche Standards. So einigte man sich darauf, anstelle von EAN (European Article Number bzw. International Article Number) und UPC (Uniform Product Code) langfristig nur noch den Begriff GTIN (Global Trade Item Number) zu verwenden. Die GS1 Corporate Identity wurde mit den in 2008 veröffentlichten GS1 General Specifications (globales GS1-Regelwerk) final etabliert.

Die in 2005 festgelegten neuen Begriffe sind heute in fast allen der über 100 GS1-Mit­glieds­organisationen umgesetzt. Das rührt vor allem daher, dass nur wenige Länder eine nationale Übersetzung der GS1-Standards pflegen und daher in vielen Ländern spätestens mit der diesjährigen Veröffentlichung der GS1 General Specifications auch die neue GS1-Terminologie Einzug hielt.

Gerade Unternehmen aus Deutschland – dem Exportweltmeister – pflegen viele internationale Geschäftsbeziehungen und können in Zukunft auf Basis der internationalen Termino­logie eine einheitliche Sprache mit ihren Partnern sprechen. Insgesamt wird die Kommunikation und Verständlichkeit der GS1-Standards für Unternehmen mit globalem Hintergrund durch diesen Schritt verbessert.

Wie ist der Zeitplan?

GS1 Germany wird sämtliche eigene Publikationen, Verträge, Webseiten usw. bis spätestens 2010 anpassen. Für die konsequente Nutzung im Sprachgebrauch von GS1 Germany in Richtung Anwenderschaft ist der 01.01.2009 als Stichtag angesetzt. Seit August 2008 läuft eine umfangreiche Informationskampagne zum anstehenden Terminologiewechsel.

Wie wird die Terminologieanpassung bei GS1 Germany umgesetzt?

Es werden konsequent die englischen Abkürzungen der GS1-Standards verwendet, die den internationalen Wiedererkennungseffekt bieten. In der Kommunikation von GS1 Germany nach außen werden diese Begriffe jedoch stets übersetzt und erklärt, da sie auch den Anwendern, die überwiegend national tätig sind, nahe gebracht werden sollen. Zum Bespiel wird der neue Begriff „GTIN“, der im Englischen für „Global Trade Item Number“ steht, in deutschen Texten mit „Globale Artikelidentnummer“ übersetzt.

Zusätzlich wird für eine längere Übergangszeit der Zusammenhang mit den bisherigen, bekannten Begriffen hergestellt, indem zum Beispiel dem Begriff GTIN in einem Text die Erläuterung „(ehemals EAN)“ angehängt wird. Wahlweise wird es bei größeren Publikationen eine Übersichtstabelle der alten und neuen Begriffe geben.

Was bedeutet dies für deutsche Unternehmen, Verbände und Dienstleister?

Ab dem 01.01.2009 werden Unternehmen, Verbände und Dienstleister seitens GS1 Germany aus­schließlich mit den neuen Begriffen angesprochen. Aber auch innerhalb der Organisationen gibt es einen aktiven Handlungs­bedarf: Es müssen interne Dokumente, Kunden- bzw. Liefereranteninformationen, Verträge, Bildschirmmasken, Formulare, Transport- und Produkt­etiketten, Produktverpackungen, Software usw. sukzessive angepasst und ggf. Mitarbeiter geschult werden.

GS1 Germany empfiehlt zur Vermeidung unnötiger Kosten eine Umstellung auf die neue Terminologie, sobald ohnehin Anpassungen an den betreffenden Systemen oder Produkten vorgenommen werden, da es sich bei den umzusetzenden Änderungen nur um „formale“ Änderungen handelt, die weder veränderte Prozesse noch veränderte Software-Routinen nach sich ziehen. Denn was die Inhalte bzw. Anwendungsspezifikationen der GS1-Standards betrifft, gibt es durch die Namensanpassung keine Veränderungen.

Welche Begriffe sind betroffen?

1. In Bezug auf die GS1-Identifikationsstandards ergeben sich die in rot gekennzeichneten Änderungen: 

Begriff neu

Begriff bisher

Begriff international

GDTI –
Globale Dokumententyp-Identnummer

EAN-Identnummer für Dokumente

GDTI –
Global Document Type Identifier

GIAI –
Globale Individuelle Anlagegut-Identnummer

Serielle EAN-Objekt- bzw. Behälternummer

GIAI –
Global Individual Asset Identifier

GLN –
Globale Lokationsnummer

ILN –
Internationale Lokationsnummer

GLN –
Global Location Number

GRAI –
Globale MTV-Identnummer

EAN-Identnummer für Mehrwegtransport­ver­packungen

GRAI –
Global Returnable Asset Identifier

 

GS1-Basisnummer

ILN-Basisnummer

GS1 Company Prefix

GS1-Gutscheincode

EAN-Gutscheincode

GS1 Coupon Code

GSRN –
Globale Service-Relationsnummer

SBN –
EAN-Servicebezugs­nummer

GSRN –
Global Service Relation Number

GTIN –
Globale Artikelidentnummer

EAN –
Internationale Artikel­nummer

GTIN –
Global Trade Item Number

NVE (SSCC) – 
Nummer der Versandeinheit

NVE –
Nummer der Versand­einheit

SSCC –
Serial Shipping Container Code

  2. In Bezug auf die GS1-Datenträgerstandards ergeben sich die in rot gekennzeichneten Änderungen:

Deutsch neu

Deutsch alt

International

GS1-128-Strichcode

EAN 128-Strichcode

GS1-128 Bar Code Symbol

GS1 DataMatrix

EAN Data Matrix

GS1 DataMatrix

GS1-Transportetikett

EAN 128-Transportetikett

GS1 Logistic Label

 Hinweise:

 - In Erklärungstexten wird aufgrund seiner Prägnanz weiterhin der deutsche Begriff „Nummer der Versandeinheit, NVE (SSCC)“ verwendet. Bei einer Anpassung der Terminologie in Software-Applikationen oder Formularen sollte jedoch das internationale Kürzel SSCC führend berücksichtigt werden.

 - Die neuen Begriffe für die GS1-Identifikationsnummern heben deren Unabhängigkeit von den GS1-Datenträgern hervor. Vor allem der Name GTIN (ehemals EAN) für die Globale Artikelidentnummer macht dies deutlich, da z. B. der EAN-Strichcode nur eines von vielen Medien zur Darstellung der GTIN ist.

 - Für die hier nicht aufgeführten GS1-Datenträger – EAN-Strichcode, UPC-Strichcode und GS1 DataBar – gibt es keine Änderungen. Sie sind mit genau diesen Begriffen in ISO-Normen spezifiziert und werden auch international beibehalten.

Für weitere Fragen zum Thema Terminologieanpassung 2009 der GS1 Germany wenden Sie sich an Frau Machemer, per eMail an machemer@gs1-germany.de oder telefonisch unter 0221-94714-239, oder an Frau Kikidis, per eMail an kikidis@gs1.germany.de oder telefonisch unter 0221-94714-221.