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01.07.2017

Mit neuen Anreizen gegen den Bewerbermangel

Fachkongress entwickelt neues Konzept für Aus- und Weiterbildung im Handel

16 Akteure, eine Frage: Wo sollen unsere künftigen Fachkräfte herkommen, und welche Qualifikationen benötigen sie? Unter dieser Fragestellung haben Vertreter aus Bildungsträgern, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen eine neue Ausbildungsordnung für Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel vorgestellt (siehe Info-Box). Die Anpassung der Ausbildungsberufe kann zwar qualitative Verbesserungen bringen. Am Bewerbermangel an sich wird sich damit voraussichtlich aber nichts ändern. Daher müssen neue Anreize gefunden werden, um die Attraktivität der Ausbildung zu erhöhen.

In anderen Branchen setzen immer mehr Unternehmen auf duale Studiengänge, um die besten Bewerber zu gewinnen. Das etablierte Konzept aus Kombination von Ausbildung und Bachelor-Studium wird seit 2003 erfolgreich umgesetzt. Es könnte in abgewandelter Form auch zu mehr qualifizierten Bewerbern im Handel führen. In diesem Bereich sind akademische Abschlüsse nur selten zu finden. Daher entspricht die Fortbildung zum Fachwirt eher den Anforderungen der Unternehmen.

Zwei Abschlüsse in drei Jahren
Im Fachkongress „Berufliche Bildung im Handel“ wurden daher die Möglichkeiten der Kombination von Ausbildung und Weiterbildung erörtert. Diese Variante entspricht auch weitgehend den Rahmenbedingungen des Dualen Studiums. Zur Differenzierung wird diese Form allerdings als „Duales Praxisstudium“ bezeichnet. Die duale Ausbildung kann mit der Fortbildung zum Wirtschafts- oder Handelsfachwirt kombiniert werden. In der Umsetzung kann parallel zur Ausbildung bereits mit der Weiterbildung begonnen werden, und ein Jahr nach dem Ausbildungsabschluss wird zusätzlich der mit einem Bachelor gleichwertige Fachwirt erreicht. Abiturienten können so innerhalb von drei Jahren zwei qualifizierte Abschlüsse erreichen.

Im Bereich Handel ist die Kombination mit den Ausbildungsberufen Kaufmann im Einzelhandel, Groß- und Außenhandelskaufmann oder Automobilkaufmann möglich. Als Fortbildungsabschlüsse kommen der Handels- und der Wirtschaftsfachwirt in Frage. Auf Grund der lokalen Rahmenbedingungen stellen sich die Varianten unterschiedlich dar. Für den Handelsfachwirt wird ausschließlich ein Live-Online-Kurs (Webinar) angeboten. Dies hat den Vorteil, dass die Unterrichtszeiten mit den Arbeitszeiten im Handel kompatibel sind. Der breiter aufgestellte Wirtschaftsfachwirt wird dagegen auch regional mit einem Präsenzkurs angeboten und bietet den Absolventen vielseitige berufliche Einsatzmöglichkeiten. Beide Varianten sind möglich und können sofort umgesetzt werden. Interessierte Unternehmen können sich an die IHK Trier wenden.



Info

Blickpunkt Wirtschaft
Artikelart: Wirtschaftstrends
Ausgabe: Juli 2017




Autor

Christian Reuter
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