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Europa, IHK Trier
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17.12.2017

Die Zukunft Europas mitgestalten

Brexit, Migration und die Wirtschafts- und Währungsunion – Themen, die die EU in eine tiefe Krise gestürzt haben. Sie werden auch bestimmend sein, wenn sich die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedsländer zum Europäischen Rat und zum Euro-Gipfel treffen. Auch für deutsche Unternehmen ist die Zukunft der EU von großer Bedeutung. Daher hat der DIHK dazu ein Grundsatzpapier ausgearbeitet.

Wohlstand durch richtige Rahmenbedingungen schaffen
Die in Unternehmen geschaffenen Arbeitsplätze sowie die damit erzielten Einkommen sind die Grundlage des Wohlstands in Europa. Damit die Güter und Dienstleistungen auch in Zukunft auf den Weltmärkten erfolgreich sind, sollten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Europa die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen unterstützen.  

Die Globalisierung gestalten
Europa belegt mit seinen offenen Märkten und freiem Kapitalverkehr die Vorteile der internationalen Arbeitsteilung. Aus diesem Grund setzt der DIHK sich dafür ein, dass die EU auch in Zukunft mit starken Partnern weltweit für global faire Spielregeln in der Handelspolitik eintritt. Damit kann die EU nach innen wie nach außen ihre Handlungsfähigkeit beweisen – wie beim jüngsten Abkommen mit Japan.

Die Wirtschafts- und Währungsunion krisenfest machen
Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) sollte zu einem Europäischen Währungsfonds weiterentwickelt werden. Das hätte den Vorteil, dass die Vergabe von Krediten an EU-Mitgliedstaaten nur gegen Zusagen erfolgt – beispielsweise bei Haushaltskonsolidierung oder Strukturreformen. Die Kredite könnten somit einerseits zu einer langfristigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des betroffenen Landes beitragen. Andererseits könnten auch neue Absatzchancen für deutsche Unternehmen entstehen – nämlich durch neue, investitionsfreundliche Standorte in den Nachbarländern.

Bildung zum Kern der sozialen Dimension Europas machen
Eine unverzichtbare Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum – aber auch für den sozialen Frieden in der EU – sind eine hochwertige allgemeine und Berufliche Bildung sowie gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Dabei ist die Einbindung der Betriebe von herausgehobener Bedeutung. Denn sie ermöglicht einen guten Übergang vom Bildungssystem in den Arbeitsmarkt und sichert den betrieblichen Fachkräftebedarf. Das deutsche duale System der Berufsausbildung mit seiner EU-weit niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit ist dabei Vorreiter.

Die Zukunft der EU-Finanzen nach dem Brexit regeln
Mit dem Vereinigten Königreich wird ein Nettozahler die EU verlassen. Bis zu zehn Milliarden Euro jährlich werden deswegen nach dem Brexit im EU-Haushalt fehlen. Deshalb sind Einsparungen und eine konsequente Fortsetzung der begonnenen Umschichtungen zu Gunsten wachstumsrelevanter Aufgaben aus Sicht des DIHK notwendig. Nochmals erhöht werden sollten zum Beispiel die Ausgaben für das nächste EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, da sich das aktuelle Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 aus Sicht der Wirtschaft generell bewährt hat. An die Mitgliedstaaten und EU-Institutionen appelliert der DIHK, nach Verlassen des Krisenmodus nun die richtigen Weichen für die Zukunft der EU zu stellen.



Ansprechpartner

Susanne Kant
International
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