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Brexit, Umfrage, Arge Rheinland-Pfalz, IHK Trier
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28.08.2017

Brexit: Mehr Kosten für Unternehmen

Der Brexit könnte zu einer beträchtlichen Kostenbelastung der rheinland-pfälzischen Wirtschaft führen und beschäftigt daher die Unternehmen in zunehmendem Maße. Das ist das zentrale Ergebnis einer Blitzumfrage der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) vom August.

Vor allem Firmen, für die Großbritannien ein bedeutender Absatzmarkt darstellt, befürchten erhebliche Nachteile, wenn es wegen des Brexits zur Wiedereinführung von förmlichen Grenzabfertigungen kommen sollte. Sie rechnen durchschnittlich mit einem finanziellen Mehraufwand von 960 Euro pro Monat alleine für die Bearbeitung der Zollanmeldungen. Sollten nach dem Brexit weitere Unterlagen für den grenzüberschreitenden Warenverkehr erforderlich werden, könnten die Zusatzkosten noch deutlich höher ausfallen.

Selbst für Unternehmen, an deren Umsatz der britische Markt nur einen geringen Anteil hat, würde nach dem Brexit der Aufwand für die Zollanmeldungen mit durchschnittlich 455 Euro im Monat zu Buche schlagen. An der Umfrage haben sich rund 130 Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich beteiligt.

Freihandelsabkommen dringend nötig
Die größte Sorge der betroffenen Unternehmen ist ein mögliches Scheitern der Brexit-Verhandlungen. Sollten die Vorteile des Binnenmarktes ersatzlos wegfallen, würde dies für viele Unternehmen erheblichen Mehraufwand im Warenhandel und damit finanzielle Nachteile bedeuten. Das Ziel der Verhandlungspartner sollte aus Sicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaft sein, ein umfassendes Freihandelsabkommen abzuschließen, das Zölle für Waren mit Ursprung in der EU und Großbritannien ausschließt.

Sollte die zweijährige Verhandlungsfrist dafür nicht ausreichen, muss aus Sicht der Wirtschaft eine ausreichend lange Übergangsfrist vereinbart werden, in der das Vereinigte Königreich vorläufig über den Brexit hinaus weiter zum Zollgebiet der EU gehört.

In jedem Fall erwarten die rheinland-pfälzischen Unternehmen von den Verhandlungspartnern schnelle und umfassende Informationen über den Verlauf der Verhandlungen und die erzielten Ergebnisse, damit sie sich frühzeitig auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen können.

2016 wurden Waren im Wert von ca. 3,6 Milliarden Euro aus Rheinland-Pfalz in das Vereinigte Königreich exportiert – eine Zunahme um 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Gegenrichtung wurden Güter mit einem Wert von mehr als 1,2 Milliarden Euro von den britischen Inseln nach Rheinland-Pfalz importiert. Damit ist Großbritannien der sechstwichtigste Handelspartner für rheinland-pfälzische Unternehmen.



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Susanne Kant
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